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Patenkinder Kindernothilfe

Ein Jahr nach Übernahme der Patenschaften für 4 Kinder in Südafrika und Südindien hat sich viel getan. Thandeka (17) und Nhlanhla (13),  beide Waisenkinder,  werden im Projekt Thandanani in Südafrika betreut. Sasindha (9) und Kowsigan (6) leben in Südindien in einem der ärmsten Gebiete und werden im Projekt der kinderzentrierten Gemeinwesenentwicklung gefördert.

Projekt: Thandanani: Community Based Care für Waisen und gefährdete Kinder, Südafrika

In diesem Jahr hat die Kindernothilfe mit dem Projekt Thandanani, in dem auch zwei unserer Patenkinder betreut werden,  ihr zwanzig-jähriges Jubiläum gefeiert. 1989 startete eine kleine Gruppe Freiwilliger, verlassene Kinder im Krankenhaus von Edendale zu unterstützen. 1995 weiteten sie ihre Arbeit aus und gingen erstmals in die Gemeinden. Heute betreut Thandanani über 2.600 Kinder in 866 Haushalten in nunmehr 17 Gemeinden.

Die Hauptaufgabe der Organisation besteht darin, Freiwillige aus den Gemeinden auszubilden, die sich um die ganzheitliche Entwicklung der Kinder kümmern. Nachdem eine Evaluierung der Life-Skill-Schulungen ergab, dass sich einige Freiwillige noch intensivere Schulungen wünschten, wurde im letzten Jahr begonnen, die Freiwilligen weiter zu spezialisieren. Diese Spezialisierung auf eine der vier Hauptkomponenten (häusliche Betreuung, Entwicklung, Life-Skills und frühkindliche Bildung) hatte zur Folge, dass die Arbeit noch effektiver wurde und 155 weitere Haushalte mit 674 Kindern unterstützt werden konnten. Auch ist es gelungen, neue Freiwillige in Msunduzi auszubilden, so dass die Organisation Zugang zu Gebieten erhielten, in denen sie zuvor nicht tätig sein konnte.
 

 Thandeka ist ein erwachsener Teenager von 17 Jahren.  Nhlanhla ist 13 Jahre alt und lebt wie Thandeka in Richmond, Nhlazuka.


Weitere Erfolge

1.    Materielles Wohlergehen: 126 Kinder erhielten neue Ausweispapiere und 85 Anträge für Kindergeld oder Waisenrente wurden genehmigt. Zudem wurden 560 Lebensmittelpakete ausgegeben, um Familien in akuten Notsituationen zu helfen. Um die Ernährungssicherung in der Gemeinde langfristig gewährleisten zu können, wurden 23 neue Haushalts- und zwei neue Gemeinschaftsgärten angelegt. Aufgrund offener Landrechtsfragen konnten keine neuen Schulgärten angelegt werden, den Vorschulen wurde jedoch technische Expertise bereitgestellt, um die Erträge in den bestehenden Gärten zu steigen.
 
2.    Gesundheitliches Wohlbefinden: Unter anderem wurden 379 Kinder in nahegelegenen Krankenhäusern untersucht. Erfreulich ist die Entwicklung, dass Mitarbeiter in den Schulen sensibilisiert wurden. In einem Fall wurde ein Kind von seiner Lehrerin zum Augenarzt geschickt, da es nur noch etwa drei Meter weit sehen konnte. Das Kind erhielt eine Brille und kann dem Unterricht wieder ungestört folgen.
 
3.    Kognitives Wohlergehen: 794 Kinder konnten von den Schulgebühren befreit werden und es wurden 278 Kinder mit Schuluniformen ausgestattet. Zwei der acht von uns unterstützten Vorschulen sind nun in der letzten Förderungsphase. Wir haben sie soweit ausgestattet, dass sie Gelder bei der zuständigen staatlichen Behörde beantragen können. Somit können wir im nächsten Jahr mit der Unterstützung einer neuen Vorschule beginnen.
 
4.    Emotionales Wohlergehen: Es wurden neun therapeutische Wochenenden angebote, an denen 89 Kinder teilnahmen, 44 von ihnen kamen auch zur Nachbereitung der Sitzungen. Neben den Gruppensitzungen sind auch die Memory-Box Aktivitäten ein wichtiges Instrument der Trauerbewältigung für diese Waisenkinder. Es wurden vier fünftägige „Memory Box Camps“ mit insgesamt 199 Kindern durchgeführt. 299 Kinder erhielten Einzelbetreuung. Darüber hinaus wird begonnen, Gruppen zu formen, die die Betreuer der Kinder unterstützen.

Projekt: ILANJ CHOLAI CFCD, Südindien


Zwei unserer Patenkinder werden in diesem Projekt der Gemeinwesenentwicklung betreut.

 Sasindha, 9 Jahre alt.  Sie lebt in Agragam.  Kowsigan, ebenfalls aus Agaram, Indien ist 6 Jahre alt.


Mit dem Ziel die Lebenssituation in 51 sehr armen und rückständigen Dorfgemeinden nachhaltig zu verbessern, wurden seit Oktober 2008 eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Aktivitäten durchgeführt. Dabei konzentrierte sich die Arbeit auf die Themenbereiche Gesundheit, Ernährung und Bildung.

Zum großen Unglück verursachte der Zyklon Nisha im November 2008 massive Überschwemmungen und Zerstörungen im gesamten Projektgebiet. Um den Dorfbewohnern in dieser schwierigen Situation beizustehen, wurde zunächst entsprechende Nothilfe geleistet, bevor die geplanten Projektaktivitäten im Februar 2009 fortgeführt werden konnten. Trotz dieser Katastrophe profitierten während der vergangenen Monate bereits zahlreiche Kinder und Jugendliche sowie ihre Angehörigen von den Projektaktivitäten. Eigenständig wählten die Dorfbewohner die Ihnen vorgestellten Patenkinder als Repräsentanten für ihre jeweilige Gemeinschaft aus.

Um zunächst ein allgemeines Bewusstsein für kindrelevante Themen zu schaffen, wurde die Bevölkerung unter anderem über die Rechte von Kindern, Maßnahmen der frühkindlichen Erziehung und die Bedeutung von Schulbildung informiert.

Um allen Schülerinnen und Schülern eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen,wurden  bislang 42 Förderzentren etabliert. Diese Einrichtungen stehen den Kindern nach dem regulären Schulbesuch bis in die frühen Abendstunden zur Verfügung. Um die Leistungen der Mädchen und Jungen nachhaltig zu verbessern, führten die Mitarbeiter des Projektes kurze Tests durch und beaufsichtigen die Erledigung der Hausaufgaben. Lernschwache Kinder erhielten zusätzlichen Förderunterricht. Die Förderzentren geben den Kindern zudem die Möglichkeit, in einer angenehmen Atmosphäre gemeinsam neue Lieder zu lernen, zu tanzen und kreative Bilder zu malen.

In den vergangenen Monaten konnten bereits 40 Schulabbrecher in eine geeignete Berufsausbildung vermittelt werden. Während die Jungen beispielsweise zum Klempner, Elektroniker oder Schlosser ausgebildet werden, absolvieren die Mädchen Lehrgänge zur staatlich anerkannten Krankenpflegerin oder Schneiderin. Mit einem Blick in die Zukunft hoffen wir, die Schulabbrecherquote Jahr für Jahr sukzessive senken zu können.

Mit dem Ziel den Gesundheitszustand in den Dorfgemeinden signifikant zu verbessern, wurden mehrere Informationsveranstaltungen sowie medizinische Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen durchgeführt. Des Weiteren wurden rund 600 Kinder unter drei Jahren mit nährstoffreicher Zusatznahrung versorgt.

Um gleichsam die Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Bevölkerung zu stärken, wurden bereits vor Beginn des Projektes zahlreiche Selbsthilfegruppen gegründet, in denen die Frauen und Männer einander helfen und lernen, anderen zu vertrauen. Durch die Unterstützung der Gruppe fühlen sie sich selbstbewusster, als Teil der Gemeinschaft und weniger machtlos. In den Selbsthilfegruppen lernen sie Geld zu sparen. Welcher Betrag pro Woche gespart werden soll oder wie die Mitglieder sich gegenseitig unterstützen, wird während der Treffen besprochen und in einem Protokoll festgehalten. Gegenwärtig existieren im Projektgebiet 169 Selbsthilfegruppen mit über 2.000 Mitgliedern, welche in den kommenden Jahren zunehmend gestärkt werden sollen.

Wollen auch Sie Pate werden? Informationen unter www.kindernothilfe.at

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